Final Six: Werbung für das Ringen

Die Ringer können es doch! Auch in NRW!

 

Das erste Final Six in der Geschichte des Ringerverbandes Nordrhein-Westfalen, welches am 15.Dezember in der Sporthalle Schmittstraße in Bonn-Duisdorf ausgerichtet wurde, wurde zu einer wahren Werbung für den Ringkampfsport. Es konnte den Anhänger damit auch ein wenig für die vielen Probleme entschädigen, die in den letzten Wochen um das Mannschaftsringen in unserem Verband offenbar wurden.

 

Die durchschnittlich ca. 500 Zuschauer sahen nicht nur drei spannende Finalkämpfe, welche mit Musik, Lichteffekten, Nebelmaschinen etc. ansprechend in Szene gesetzt worden waren, sondern wurden Teil einer herausragenden Sportveranstaltung im Kreise der Ringerfamilie. Die Wettkampfstätte war genau richtig gewählt, das Catering hervorragend, die Stimmung gut. Viele bekannte Namen, so u.a. auch unsere Ehrenmitglieder Horst Faller, Peter Nettekoven, Peter Neldner, Walter Nettekoven und Hans Breuer, ließen es sich nicht nehmen, dem Event beizuwohnen. Sogar Staatssekretärin (Sport und Ehrenamt) Andrea Milz war gekommen und richtete einige nette Grußworte an die anwesenden Ringsportfreunde. Und diese wurden nicht enttäuscht, denn alle angetretenen Teams kämpften verbissen und ehrgeizig um den Titel, zeigten hierbei durchweg hervorragende Leistungen und attraktiven Sport. Die Entscheidungen wurden jeweils von einem Dreimann-Kampfgericht gefällt – auch dies verlieh den Kämpfen besondere Wertigkeit.

 

Den Beginn machten die Bezirksligisten TV Essen-Dellwig II und RG Oberforstbach/Kelmis. Die Begegnung war lange Zeit völlig offen, bevor sich die Essener im zweiten Durchgang langsam absetzen und schließlich mit 35:28 gewinnen konnten. Die Freude war groß im Dellwiger Lager: Das Team um Björn Holk und Christian Jäger, der selbst noch im Schwergewicht angetreten war, feierte ausgelassen den Sieg. Mittendrin: TV-Geschäftsführer Hasan Agca, dem die Begeisterung ebenfalls anzusehen war. Gratulation zu dieser tollen Leistung!

Viele interessante Einzelduelle mit schönen Aktionen  hatte das Publikum zuvor verfolgen dürfen. Besonders interessant war hierbei der Halbschwergewichtskampf zwischen Ladislaus Eirich (Dellwig) und Oberforstbachs Routinier Andreas Hunds, der seine Schuhe eigentlich schon an den Nagel hängen wollte. Doch davon war wenig zu spüren, denn überraschend deutlich mit 11:2 behielt er die Oberhand, nachdem er trotz seines zarten Alters von 37 Jahren außerordentliche konditionelle Qualitäten beweisen konnte. Chapeau! Alle Achtung!

Auch wenn die RG gerne den Titel geholt hätte – letzten Endes darf das Team von Trainer Arnold Wauff stolz auf das sein, was es gezeigt hat. Und das ein oder andere Kölsch haben sich die Athleten im Anschluss trotzdem schmecken lassen – sie hatten es sich verdient. Und feiern konnte man in Oberforstbach schon immer gut – im positiven Sinne.

 

Nach dem öffentlichen Wiegen der Oberligisten ging es dann mit deren Begegnung weiter. Der KSK Konkordia Neuss, der mit einer guten Mannschaft angetreten war, sah sich dem KSV Simson Landgraaf gegenüber. Und letzterer erwies sich als bärenstark: Nach drei Kämpfen lagen unsere niederländischen Sportfreunde bereits mit 12:0 in Front und gaben diese Führung bis zum Schluss auch nicht mehr ab. Auch wenn der Vorsprung langsam schmolz – am Ende hielt Landgraaf den Hauptrundenersten aus der Quirinusstadt mit 18:15 nieder und sicherte sich verdient die Oberligameisterschaft.

Man muss dem Team um seine rührigen Macher Ate Postma und Theo Quaedvlieg diesen Erfolg einfach gönnen, da es mit so viel Herzblut zur Sache gegangen war. Es herrschte großer Jubel beim KSV Simson, und auch die vielen mitgereisten Fans des Vereins brachten ihre Begeisterung lautstark zum Ausdruck. Dem überaus sympathischen Mannschaftsbetreuer Ate Postma dürfte ein Stein vom Herzen gefallen sein, als das Ergebnis endlich feststand. Seine Anspannung war nämlich nicht zu übersehen gewesen, so hatte er u.a. mehrfach den Challenge gefordert und darin die Kollegen der restlichen Clubs deutlich übertroffen. Die Möglichkeit des Challenge war übrigens eine Sache, die auf unseren Matten ein Novum bedeutete: Denn diesen - Fußballbegeisterte würden ihn Videobeweis nennen - kennen die meisten nur von internationalen Meisterschaften.

 

Zu dem erhofften „Knallerkampf“ entwickelte sich am Veranstaltungsende das Landesligafinale zwischen dem KSV Witten 07 II und dem AC Mülheim 92 II. Beide waren mit einem Team angetreten, das in dieser Besetzung sicherlich auch in der Oberliga eine gewichtige Rolle spielen würde. Sogar Wittens Altmeister Mirko Englich war noch einmal aufgelaufen: Dies freute das Publikum natürlich besonders, wollte man den Olympiazweiten von Peking doch gerne noch einmal ringen sehen. Leider wurde daraus nicht allzu viel, denn Mirko verletzte sich gleich in der ersten Kampfminute quasi ohne Fremdeinwirkung seines Kontrahenten Mattaios Engonidis. Stark hinkend verließ der Superschwergewichtler die Matte und konnte den Kampf leider nicht mehr aufnehmen. Wir wünschen ihm gute Besserung und hoffen, dass sich die Verletzung als nicht so schlimm erweisen wird.

Ansonsten schenkten sich beide Mannschaften nichts. Eine herausragende Leistung sei hier dem gerade erst 15jährigen Nachwuchstalent Kiril Kildau aus Köln-Mülheim (80 kg Freistil) bescheinigt, der mit Szabolcs Hatos-Dragut einen gestandenen und erfahrenen Mittelgewichtler 4:2 nach Punkten schlagen konnte. Nach starker kämpferischer Leistung hatte er wenige Sekunden vor dem Schlussgong noch die nötige Wertung holen und den Sieg noch an sich reißen können.

Die Entscheidung über Sieg und Niederlage, über Titel und Vizemeisterschaft  fiel nach hartem Kampf und vielen emotionalen Momenten erst in der letzten Begegnung: Der Wittener Sali Sezgin Sali erwies sich als zu stark für Mülheims Poyan Shahbazi und fuhr einen technisch überlegenen Punktsieg ein, was den 21:16-Erfolg des KSV besiegelte. Auch die Wittener mit ihrem Betreuer Arslan Kulakac feierten ausgelassen – schön, dass der Begegnung solche Bedeutung eingeräumt wurde, obwohl man ja bereits vorher als Aufsteiger feststand.

 

Als gelungene sportliche Geste empfanden alle Anwesenden, dass bei den direkt im Anschluss an die einzelnen Begegnungen durchgeführten Siegerehrungen nicht nur schöne Auszeichnungen verliehen wurden. Vielmehr war die Tatsache, dass die Gegnermannschaft grundsätzlich Spalier gestanden hatte, ein gelungener Schachzug. Dieser nämlich brachte diejenigen, die vorher gegeneinander angetreten waren, ein Stückchen näher zusammen und vermittelte einen Ausdruck gegenseitiger Anerkennung. Man kennt Ähnliches vom Fußball. Sich Dinge von der Sportart abzuschauen, die es wohl am besten versteht sich zu vermarkten, ist ganz bestimmt kein Fehler.

 

Neben den Siegerehrungen der Gewinner und Zweitplatzierten der einzelnen Ligen gehörten noch weitere Ehrungen zum Programm. Den würdigen Rahmen nutzte Verbandspräsident Jens-Peter Nettekoven nämlich auch dafür, die erfolgreichen Sportlerinnen und Sportler des Jahres 2018 vorzustellen und deren Leistungen vor einem breiten Publikum zu würdigen. Die drei deutschen Mannschaftsmeister AC Mülheim 92 (Schüler), KSK Konkordia Neuss (Jugend) und das Frauen-NRW-Team waren nahezu vollständig angereist. Auch die bei Einzelmeisterschaften erfolgreichen Sportlerinnen und Sportler erhielten ihren Applaus und die Anerkennung, die sie sich verdient hatten.

 

Ein herzliches Dankeschön sei an dieser Stelle an den TKSV Bonn-Duisdorf gerichtet, ohne dessen Unterstützung diese tolle Veranstaltung nicht durchführbar gewesen wäre. Und natürlich an unseren Präsidenten Jens Nettekoven, den Initiator des Final Six, dessen Idee sich als genial erwiesen hat. Großer Dank natürlich auch an sämtliche Sponsoren und alle anderen, die den Ringerverband Nordrhein-Westfalen bei der Ausrichtung unterstützt haben – egal ob mit Rat oder Tat. Nur durch ihre Hilfe konnte das Final Six bei seiner Premiere zu einem wahren Fest des Ringens werden.

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